Workation auf Bali

Meine Workation auf Bali

Wie bin ich eigentlich dazu gekommen, eine Workation auf Bali zu machen? Nun, vor ungefähr eineinhalb Jahren war ich das erste Mal mit meinem Freund auf Bali. Damals habe ich mich sofort verliebt. Ich liebe die Kultur, die Menschen, das Essen, die Wärme und ja, ich liebe es, morgens von Räucherstäbchen geweckt zu werden (allerdings nur auf Bali, zu Hause kann ich die Dinger nicht so gut leiden 😉 ). Aber auf Bali liebe ich sie.

Da ich vorher als Angestellte nie die Möglichkeit hatte, Reisen und Arbeiten zu verbinden, aber jetzt als Online-Selbstständige schon, wollte ich das mal ausprobieren. Das, wovon alle reden. Von überall auf der Welt arbeiten. Ich wusste, dass Bali recht günstig zu bereisen ist, ich wusste, dass ich mich dort sicher fühle und ich wusste, dass die Internetverbindung oft besser ist als bei uns in Deutschland. Und ich wollte mich mal wieder selbst herausfordern. Ab und zu brauche ich so etwas, um mir mal wieder zu beweisen, dass ich alles kann, wenn ich will.

Die Vorbereitungen für meine Workation auf Bali

Nachdem ich endlich mein schlechtes Gewissen gegenüber meinem Partner überwunden hatte, ihn einen Monat allein zu lassen (er hat einen festen Job und außerdem eine süße Tochter), buchte ich den Flug. Ziemlich spontan, bevor ich es mir wieder anders überlegt habe. Es gab eigentlich nicht viel vorzubereiten. Für mich war klar, dass ich in Canggu starte. Ich hatte gelesen, dass das DER place to be für digitale Nomaden auf Bali ist. Also habe ich dort erst einmal drei Nächte gebucht und von dort aus weiter geplant. Vor dem Abflug habe ich übrigens noch eine Gegenstandsversicherung für Notebook und Kamera abgeschlossen. Sicher ist sicher. Und dann ging es los.

Etwa 20 Stunden und 2 Rucksäcke später bin ich endlich auf Bali angekommen. Unterwegs plagten mich immer wieder Zweifel. Was mache ich eigentlich hier? Warum tue ich das? Und wem will ich eigentlich etwas beweisen? Nun, jetzt gab es kein zurück mehr. Hier war ich und meine Reise begann. Canggu kannte ich von unserer damaligen Reise noch nicht. Dort angekommen musste ich mich erst einmal akklimatisieren. Das dauerte eine ganze Weile, da ich sehr mit meinem Jetlag zu kämpfen hatte. Zum Glück hatte ich schon ein bisschen vorgearbeitet, so dass ich die ersten Tage Zeit hatte, mich einzugewöhnen. Aber auch nach dieser Eingewöhnungszeit fiel es mir sehr schwer, eine gewisse Routine zu entwickeln. Es fühlte sich einfach noch zu sehr nach Urlaub an. Der Wechsel der Unterkunft nach drei Tagen machte es nicht einfacher. Ich bin zwar noch drei weitere Nächte in Canggu geblieben, aber ich habe gemerkt, wenn ich eine Routine aufbauen will, muss ich länger an einem Ort bleiben. Schließlich war ich auch zum Arbeiten dort und hatte einige Kundenprojekte weiterzuführen. 😉

Fazit zu Canggu:

Canggu an sich mag ich nicht so sehr, da hier viel “gesehen und gesehen werden” ist. Für ein Landei wie mich, eher ein bißchen too much. Aber Canggu hat einige richtig schöne Coworking Spaces zu bieten, die ich absolut empfehlen kann.

Meine Empfehlungen in Canggu:

Fortbewegung auf Bali

Mit einem Scooter kommt man auf Bali tatsächlich am schnellsten und besten voran. Ich kann aber auch verstehen, dass man zumindest in Städten wie Canggu und Ubud erst einmal überfordert ist, selbst mit dem Roller zu fahren. Wenn man sich dann doch traut, heißt die Devise “go with the flow”. Und wenn man den Dreh raus hat, macht es einen Riesenspaß und man ist total flexibel. Außerdem gibt es außerhalb von Ubud so viele schöne Orte zu entdecken, die man mit dem Roller super erreichen kann. ☀️

Eine Alternative sind Apps wie Grab oder Gojek. Darüber kann man alles bestellen, Taxis, Scootertaxis, Essen oder Lebensmittel. Scootertaxis sind mega beliebt und ich habe sie auch super oft genutzt, da sie dich für wirklich kleines Geld überall hinbringen und sehr zuverlässig sind. Ein bisschen Vertrauen muss man aber schon haben. Denn der Fahrstil ist einfach indonesisch. Es gibt keine Regeln, aber irgendwie passt jeder auf jeden auf.

In der App kann man auch immer genau sehen, wer kommt und wie weit es noch ist. Für längere Strecken empfehle ich, ein Taxi zu nehmen oder eine Tour über Perama zu buchen. Perama ist ein Busunternehmen, das allerdings nur feste Routen und Preise hat. Ein Blick auf die Website lohnt sich aber auf jeden Fall. Ich selbst bin mit Perama von Canggu nach Ubud gefahren.

Smoothie Bowl
Davon könnte ich mich den ganzen Tag ernähren: Dragon Fruit Smoothie Bowls

Eine Routine musste her

Nun galt es, eine Routine zu entwickeln. Die nächsten 6 Nächte verbrachte ich in Ubud. Ich liebe Ubud. Es ist zwar voll und laut, hat aber trotzdem viel Charme und viele tolle Cafes, Bars und Geschäfte zu bieten. Ich hatte eine mega tolle Unterkunft am Rande von Ubud (20 Minuten zu Fuß ins Zentrum). Und weil ich mich dort so unglaublich wohl gefühlt habe, habe ich direkt 2 Nächte verlängert, so dass ich insgesamt 8 Nächte geblieben bin.

Und siehe da, plötzlich klappte auch das Arbeiten viel besser. Ich konnte von meinem Homestay aus arbeiten, da die WLAN-Qualität wirklich sehr gut war (übrigens ein Auswahlkriterium für meine Buchungen bei booking.com oder Airbnb). Meistens habe ich am Vormittag das erledigt, was am Vortag angefallen ist und am Nachmittag oder Abend nochmal 1-2 Stunden.

Den Rest des Tages habe ich es mir gut gehen lassen, Yoga gemacht, mir einen Roller ausgeliehen, damit ich auch mal was außerhalb von Ubud sehen konnte oder leckeres Essen gegessen. Endlich fühlte ich mich angekommen. Irgendwie so richtig dazu gehörig, obwohl ich doch die meiste Zeit alleine verbracht habe.

Apropos alleine: Nach zwei Wochen hat sich auch ein bisschen Heimweh eingestellt. Vor allem am Wochenende hat mir die Familienzeit sehr gefehlt. Aber ich war ja auch da, um aus meiner Komfortzone herauszukommen und über meine Grenzen zu gehen. Und das habe ich bis dahin auf jeden Fall schon das ein oder andere Mal gemacht.

Fazit zu Ubud:

Ubud ist einfach mein persönlicher Place to be auf Bali. In Ubud gibt es alles (außer Meer). Aber hier ist das Bali, wie ich es mir vorstelle. Traditionell, viel Kultur, dieser gewisse Spirit, Reisfelder, tolles Essen, einfach von allem und für jeden etwas. Und irgendwie sind hier für mich auch die freundlichsten und entspanntesten Menschen.

Sollte ich noch einmal eine Workation auf Bali machen, würde ich auf jeden Fall noch mehr Zeit in Ubud einplanen und hier vielleicht eine Art “Homebase” aufbauen. Da Ubud sehr zentral liegt, kommt man einfach überall gut und schnell hin.

Meine Empfehlungen in Ubud:

Reisfeld in Ubud

Urlaubsfeeling in einer Workation auf Bali?

Ein bisschen Urlaubsfeeling darf aber auch bei einer Workation auf Bali nicht fehlen. 😉

Deshalb war für mich klar, dass ich auch noch ein paar Tage auf die Gili Islands fahren wollte. Vom letzten Mal wusste ich, dass es dort wunderschön ist. Weiße Sandstrände, keine Motorroller und Autos und man kann super schnorcheln und mit Schildkröten schwimmen. Also ging es für 5 Nächte nach Gili Trawangan. Auch hier habe ich wieder über Perama gebucht.

Von Ubud nach Gili war ich ca. 7 Stunden unterwegs. Ich war also ziemlich kaputt, als ich endlich dort ankam. Dann war ich im ersten Moment total überwältigt bzw. erschrocken von diesen ganzen Müllbergen. Das hatte ich gar nicht so in Erinnerung. In den ersten Stunden fühlte ich mich total fehl am Platz. Aber eine Nacht später war alles wieder in Ordnung und ich konnte die Zeit dort sehr genießen. Die Schildkröten dort am Turtle Beach waren einfach mein absolutes Highlight.

Das WLAN auf den Inseln war nicht so gut wie auf Bali Festland, daher habe ich in diesen Tagen mehr Urlaub gemacht als gearbeitet, eine Schnorcheltour über die Gili Islands gebucht, einen Sunrise SUP Yoga Kurs besucht, was übrigens eines der schönsten Erlebnisse während dieser Workstation auf Bali war.

Fazit zu Gili Trawangan:

5 Nächte sind zu viel. Hier reicht meiner Meinung nach ein Wochenende oder ein verlängertes Wochenende. Es gibt hier nicht so viel zu entdecken. Aber wer Party machen will, ist hier sicher gut aufgehoben. Und nicht erschrecken, wenn dir auf 50 Metern dreimal Magic Mushrooms oder Joints verkauft werden wollen. Das ist hier einfach so. Auf jeden Fall solltest du hier mit den Schildkröten schnorcheln!

Meine Empfehlungen auf Gili Trawangan:

Der letzte Stopp meiner Workation auf Bali

Für die letzte Station meiner Workation habe ich mir Uluwatu ausgesucht. Über Uluwatu habe ich schon viele verschiedene Meinungen gehört. Aber ich wollte es selbst sehen. Vorsicht: Lass dich niemals von den Taxifahrern an den Häfen verarschen, die wie die Fliegen auf die ankommenden Gäste von den Gilis warten. Die wollen dir nur teure Taxifahrten andrehen und verbreiten dafür gerne Lügen über ihre Kollegen. Ich wäre fast darauf reingefallen, aber zum Glück hat mir in dieser Situation meine Intuition geholfen. Allerdings war ich danach auch erst einmal allen gegenüber misstrauisch😅.

In Uluwatu selbst hatte ich eine super schöne Unterkunft in der Nähe des Balangan Beach. Für mich eigentlich einer der schönsten Strände in Uluwatu, da er nicht so überlaufen ist wie andere Strände wie Dreamland oder Padang Padang Beach. Allerdings muss man in Uluwatu immer ein bisschen auf Ebbe und Flut achten. Die südliche Halbinsel ist bei Surfern sehr beliebt – wegen der tollen Wellen. Entspanntes Schwimmen ist daher eher bei Ebbe möglich.

Workspaces hat Uluwatu nur wenige, dafür aber einige tolle Cafes, in denen man bei einem leckeren Smoothie oder einer kalten Kokosnuss gut arbeiten kann. Allerdings habe ich in meinen Unterkünften immer versucht auf gutes WLAN zu achten, weshalb ich in Uluwatu nur von meiner Unterkunft aus gearbeitet habe. Nachdem ich wieder 1-2 Tage gebraucht habe um anzukommen, bin ich auch wieder gut in meine Arbeitsroutine reingekommen. D.h. vormittags Mails checken und Kleinigkeiten erledigen, nachmittags/abends dann Telefonate und was sonst so am Tag anfällt.

Je näher das Ende des Aufenthaltes kam, desto mehr habe ich mich aber auch dem Urlaubsgefühl hingegeben. Ich hatte mir für die Zeit einen Roller ausgeliehen und so habe ich nach und nach alle Strände in Uluwatu abgeklappert. Melasti Beach hat mir neben Balangan am besten gefallen.

Fazit zu Uluwatu:

Zum Scooter fahren super, aber wer mehr als nur schöne Strände erleben möchte, ist dort (meiner Meinung nach) falsch. Wenn ich mich noch einmal entscheiden müsste, würde ich statt nach Uluwatu wieder nach Ubud fahren. Dort hat man einfach so viele Möglichkeiten in jeder Hinsicht. Außerdem habe ich in Uluwatu die Räucherstäbchen vermisst. 😅

Meine Empfehlungen in Uluwatu:

Meine Learnings aus einem Monat Workation auf Bali

Der Monat war wahnsinnig toll. Ich habe viel über mich gelernt, viele tolle Erfahrungen gemacht, tolle Menschen kennengelernt. Ich habe aber auch gemerkt, wie wichtig Routine und eine “Homebase” für mich sind. Ich wollte raus aus meiner Komfortzone und über meine Grenzen gehen – und das habe ich geschafft. Ich habe mich für mich selbst eingesetzt, auf meine Bedürfnisse geachtet, Dinge getan, die ich zu Hause nicht tue, und es mir gut gehen lassen. Es gab Höhen und es gab Tiefen. Es gab viel Lachen und Freude, aber auch Tränen. Es gab Momente, in denen ich mich einsam gefühlt habe und mir jemanden an meiner Seite gewünscht hätte, an den ich mich anlehnen kann und der mir sagt “Du bist nicht allein”. Und das, obwohl ich immer dachte, dass ich sehr gut alleine sein kann. Das kann ich sicher auch, aber Gesellschaft und Verbundenheit sind mir auch sehr wichtig. Genauso wie Vertrauen und Ehrlichkeit.

Für eine Workation kann ich Bali auf jeden Fall empfehlen. Hier gibt es viele digitale Nomaden, viele Möglichkeiten sich zu vernetzen und zusammenzuarbeiten. Und die Lebenshaltungskosten sind einfach so niedrig, dass man manchmal ein schlechtes Gewissen hat. Man hat irgendwie das Gefühl, dass man auf Bali eine andere Work-Life-Balance hinbekommt als zu Hause. Wobei ich mich jetzt ernsthaft frage, warum ist das eigentlich so? Ist es die Andersartigkeit? Dass es neben der Arbeit noch so viel zu entdecken gibt, während man zu Hause vermeintlich alles kennt? Wahrscheinlich. 

Aber das nehme ich auf jeden Fall mit: Ein bisschen von der Ruhe Balis mit nach Deutschland zu nehmen und einfach noch mehr auf mich und die richtige Balance zu achten.

Würde ich es wieder machen?

Kann ich jetzt noch nicht beantworten. Im Moment freue ich mich einfach zu sehr auf zu Hause (sitze zum Zeitpunkt des Schreibens noch ca. 8 Stunden im Flieger). Denn das und meine Lieben habe ich einfach sehr vermisst.

Eines kann ich auf jeden Fall sagen: Es ist schön zu wissen, dass man mit der Online-Selbstständigkeit die Möglichkeit hat, jederzeit zu reisen und von überall auf der Welt zu arbeiten, aber dieser digitale Nomaden-Lifestyle, von dem immer alle reden, ist nichts für mich. Mein Zuhause ist dort, wo mein Herz ist. Und das ist einfach nicht überall auf der Welt und hat (zumindest noch) einen festen Platz. 💛

Wenn du noch Fragen zur Workation auf Bali hast, dann schreib mir gerne eine Nachricht. 😊

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